29.04.2025 Innovation

ISLANDER: Ein großer Schritt in Richtung Dekarbonisierung der Energieversorgung der europäischen Inseln

Auf den Inseln der Europäischen Union leben etwa 4 % der Bevölkerung, und die meisten sind bei der Stromerzeugung, beim Transport und beim Heizen von fossilen Brennstoffen abhängig. Dieser Umstand bringt nicht nur ökologische Herausforderungen mit sich, sondern auch strategische und geopolitische.

Diese Einschränkungen machen die Inseln jedoch auch zu idealen Testlabors für neue Energielösungen: sauberer, intelligenter und resilienter. Vor diesem Hintergrund entstand ISLANDER, ein ehrgeiziges Projekt, das vom EU-Programm Horizont 2020 finanziert wird und an dem CEGASA zusammen mit zehn weiteren europäischen Organisationen aus sieben verschiedenen Ländern beteiligt ist. Das Ziel von ISLANDER ist es, zu zeigen, dass eine vollständige Energieautarkie aus erneuerbaren Quellen auf einer realen Insel möglich ist, und dass dieses Modell auf viele weitere Inseln übertragbar ist.

Worum geht es beim Projekt ISLANDER?

ISLANDER ist ein wegweisendes europäisches Projekt, das darauf abzielt, die Energiesysteme auf Inseln zu transformieren und zu zeigen, dass Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energiequellen, Speichertechnologien und Smart-Grid-Lösungen erreicht werden kann.

Die ostfriesische Insel Borkum wurde als Standort für das Pilotprojekt ausgewählt – mit dem klaren Ziel, die Energieversorgung der Insel bis zum Jahr 2030 vollständig zu dekarbonisieren. Um dies zu erreichen, wurden verschiedene technologische Lösungen integriert: dezentrale Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, kleine und große Speichersysteme, Saisonalspeicher, Fernwärme und Ladestationen für Elektrofahrzeuge. All dies wird über eine intelligente Bedarfsmanagement-Plattform verwaltet, die Angebot und Nachfrage in Echtzeit ausgleicht.

Autarke Stromversorgung einer Insel aus 100 % erneuerbarer Energie: das Beispiel Borkum

Die Insel Borkum wurde als Pilotstandort für das ISLANDER-Projekt ausgewählt, mit dem ambitionierten Ziel, bis 2030 vollständig energieautark durch erneuerbare Energien zu werden. Zu diesem Zweck wurde eine fortschrittliche Energiearchitektur entwickelt, die verschiedene Technologien miteinander kombiniert:

  • Photovoltaikanlagen in Kombination mit Lithium-Ionen-Batterien in 30 Wohnhäusern und 3 Gebäuden mit einer geschätzten jährlichen Speicherkapazität von 194 MWh bzw. 244 MWh.
  • Hybridspeichersysteme, die Lithium-Ionen-Batterien und Ultrakondensatoren kombinieren, um das Netz zu stabilisieren und besser auf Energiespitzen reagieren zu können.
  • Meerwasser-Fernwärme, um herkömmliche Systeme auf Basis fossiler Brennstoffe zu ersetzen.
  • Fünf neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge sollen die bereits vorhandene Infrastruktur auf der Insel erweitern und eine sauberere und nachhaltigere Mobilität fördern.

In diesem innovativen Energieökosystem spielt CEGASA als Lieferant von Lithium-Ionen-Batteriespeichersystemen eine zentrale Rolle. Diese Lösungen ermöglichen die Speicherung der tagsüber erzeugten Solarenergie für die spätere Nutzung, was die Integration erneuerbarer Energien erleichtert und die Energieautarkie der Insel erhöht.

Unsere Beteiligung an realen Projekten wie Borkum unterstreicht unsere Fähigkeit, zuverlässige und effiziente Speicherlösungen anzubieten, die speziell auf die Anforderungen der Energiewende auf Inseln zugeschnitten sind.

Drei Wellen der Skalierung: eine europäische Perspektive

Von Anfang an ging es nicht nur darum, die Energieversorgung einer einzelnen Insel zu transformieren, sondern ein skalierbares Modell für die Dekarbonisierung von Inseln in ganz Europa zu schaffen.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Projekt auf eine dreistufige Strategie, die die Übertragbarkeit der auf Borkum entwickelten Technologien auf andere Inseln mit unterschiedlichen klimatischen, geografischen und sozialen Rahmenbedingungen ermöglicht.

Die ersten Inseln, die dem Beispiel Borkums folgen werden, sind:

  • Lefkada und Skopelos in Griechenland
  • Orkney im Vereinigten Königreich
  • Cres in Kroatien

Diese Diversität der Umgebungen ermöglicht es, die Flexibilität der Technologien und Strategien des Projekts auf den Prüfstand zu stellen und ebnet den Weg für eine groß angelegte Implementierung. Mit diesem skalierbaren Konzept positioniert sich ISLANDER als europäischer Vorreiter der Energiewende auf Inseln – durch die Verbindung von Innovation, Nachhaltigkeit und regionaler Zusammenarbeit.

Beitrag zu einem nachhaltigeren und skalierbaren Energiemodell

Das Projekt ISLANDER transformiert nicht nur die Energieversorgung von Borkum, sondern legt auch den Grundstein für ein neues Verständnis der Energiewende auf den europäischen Inseln: lokaler, intelligenter und nachhaltiger.

Wir bei CEGASA sind sehr stolz darauf, als Lieferant der Lithium-Ionen-Energiespeichersysteme, die in Wohnhäusern und Gebäuden auf der Insel installiert sind, einen Beitrag zu dieser Initiative zu leisten. Unsere Beteiligung ist von entscheidender Bedeutung, um zu zeigen, dass die für den Weg zur Energieautarkie erforderliche Technologie bereits verfügbar und realisierbar ist und sich erfolgreich an reale Umgebungen anpassen lässt.

Die Übertragung des Modells auf andere europäische Inseln – jede mit ihren eigenen Herausforderungen – bestätigt die Skalierbarkeit der implementierten Lösungen und bekräftigt die Rolle der Speicherung als zentraler Faktor der Energiewende.

Wir werden uns weiterhin für nachhaltigere, resilientere und dekarbonisierte Energiesysteme einsetzen. Weil wir davon überzeugt sind, dass eine Zukunft mit erneuerbaren Energien nicht nur möglich ist, sondern schon längst begonnen hat. Gerne beteiligen wir uns daran und leisten unseren Beitrag, damit wir dieses Ziel erreichen.

 

Das Projekt wurde durch das Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizont 2020“ der Europäischen Union unter der Finanzhilfevereinbarung Nr. 957669 finanziert.

Die Projektpartner sind: CEGASA Energía, S.L.U., AYESA Advanced Technologies S.A., IDENER Research & Development, Steinbeis Europa Zentrum, Nordseeheilbad Borkum GmbH, ZIGOR Research and Development A.I.E., Planète OUI, Katholieke Universiteit Leuven, European Marine Energy Centre (EMEC), Network of Sustainable Greek Islands (DAFNI) und Regionalna energetska agencija Kvarner.

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