18.10.2024 Nachrichten

Ländliche Elektrifizierung: Entwicklungen für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft

Offizielle Quellen geben an, dass im Jahr 2023 weltweit 675 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität hatten (und wir können davon ausgehen, dass sie immer noch keinen haben) und etwa 2,3 Milliarden Menschen schädliche Brennstoffe zum Kochen verwenden. Um diese Zahlen in Relation zu setzen und das Ausmaß dieses Problems besser zu verstehen: Im selben Jahr betrug die Bevölkerung in ganz Europa, einschließlich Russlands, 742 Millionen Menschen. Stellen wir uns also einen Moment lang vor, dass fast unser gesamter Kontinent keinen Zugang zu Elektrizität hätte.

Daher scheint es zum derzeitigen Zeitpunkt sehr schwierig, Ziel Nummer 7 der Nachhaltigkeitsziele (bezahlbare und saubere Energie) bis 2030 zu erreichen. Aber wir könnten die globale Energiekrise bewältigen, wenn wir die erneuerbaren Energien richtig voranbringen und die Energieeffizienz verbessern.

In diesem Sinne fand im vergangenen September die fünfte International Conference on Solar Technologies and Hybrid Mini-Grids, kurz S-@CCESS, statt, an der wir teilnahmen und zwei neue Entwicklungen beobachteten, die einen Wendepunkt bei der Erleichterung des Zugangs zu modernen Energieleistungen im ländlichen Raum darstellen könnten, insbesondere in den Regionen, die derzeit am meisten verarmt sind.

CEGASA Energy als Aussteller auf der S-@CCESS

Am 4., 5. und 6. September nahm Marta Inchaurraga (Vertriebsleiterin Lithium-Ionen-Batterien) an der fünften S-@CCESS teil. Diese Konferenz ist sehr beliebt und wurde von rund 140 Personen aus mehr als 36 Ländern besucht.

Das zentrale Thema der S-@CCESS ist es, die Möglichkeiten aufzuzeigen, die Solartechnologien und dezentrale Lösungen für erneuerbare Energien bieten, um moderne Energieleistungen für mehr als eine Milliarde Menschen im ländlichen Raum auf der ganzen Welt bereitzustellen. Ein Katalysator für die Verbesserung der Lebensqualität der Haushalte, die Steigerung der Produktivität von KMU, die Verbesserung der öffentlichen Versorgung und die Bewältigung von Krisen in einigen entlegenen Regionen.

Während der dreitägigen Veranstaltung wurden zahlreiche Themen behandelt: hybride Mini-Grids, ländliche Elektrifizierung, verschiedene Arten von Technologien, Betrieb und Wartung installierter Anlagen ... Die wichtigsten beiden Neuheiten waren: Kochen mit Solarenergie (Solar Electric Cooking) und solarbetriebene Kühl- und Lagersysteme für Lebensmittel (Cold Rooms).

Solar Electric Cooking: eine wirklich transformative Alternative

Die rasche Verbreitung der Photovoltaik in Afrika hat bereits das Leben von Millionen von Menschen verändert, aber sie hat ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft und es gibt noch viele Haushalte und Küchen, die davon profitieren könnten.

Dank der Fortschritte in der Solartechnik ist es jetzt möglich, das so genannte Solar Electric Cooking einzusetzen, eine Technologie, die die Nutzung von Solarenergie für sauberes Kochen garantiert, d. h. ohne die Luft im Haushalt zu verschmutzen, und die Treibhausgase und die Abholzung reduziert (da kein Holz verwendet wird). Eine neuartige Implementierung, die das Kochen zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Wetterbedingungen ermöglicht.

Während der S-@CCESS fanden praktische Workshops statt, bei denen wir nicht nur mit Solartechnik kochen, sondern auch die Qualität ihrer Kreationen probieren konnten.

 

Cold Rooms zur Sicherung der Kühlkette

Die sogenannten Cold Rooms sind containerartige Kühlkammern, in denen Lebensmittel unabhängig von der Außentemperatur in gutem Zustand aufbewahrt werden können, ohne die Kühlkette zu unterbrechen. Sie werden mit Solarenergie betrieben, die von Kollektoren eingefangen wird, und sind ausgestattet mit einem Batteriespeichersystem sowie mit einem Laderegler, der den Energiefluss reguliert, um eine konstante Versorgung des Kühlsystems zu gewährleisten.

Diese innovativen Kammern bieten Tausenden von afrikanischen Bauern, Markthändlern, Fischern und vielen anderen eine großartige Chance, ihre Lebensqualität zu verbessern. Damit können sie ihre Produkte unter perfekten Bedingungen lagern, Lebensmittelverluste reduzieren, ihr Einkommen steigern und gleichzeitig die Preise auf dem lokalen Markt stabilisieren.

Neben ihren zahlreichen Anwendungen in der Landwirtschaft und Fischerei können Cold Rooms auch im Gesundheitswesen eingesetzt werden, um Impfstoffe, Medikamente und andere medizinische Güter zu lagern, die im ländlichen Raum nur sehr schwer in einem guten Zustand aufbewahrt werden können.

CEGASA für ländliche Elektrifizierung

Die aktive Mitwirkung an der Schaffung einer gerechteren und nachhaltigeren Zukunft ist Teil der Mission von CEGASA, und unser Handeln beschränkt sich nicht nur auf die Teilnahme an Veranstaltungen. Deshalb haben wir diese Woche das technische Team des wichtigsten Stromerzeugungs- und Stromversorgungsunternehmens in Ghana, der Volta River Authority (VRA), im Rahmen des Projekts Volta Lake Islands empfangen, das aus fünf Mini-Grids zur ländlichen Elektrifizierung in abgelegenen Gebieten besteht.

Die Ingenieure von VRA erhielten eine umfassende Schulung zur Inbetriebnahme und Instandhaltung der Speichersysteme E/Bick Pro, die im letzten Sommer installiert wurden und dank der von CEGASA entwickelten Batterietechnologie viele Familien mit sauberer Energie versorgen.

Fazit

Heute und in Zukunft müssen wir entschlossene Schritte zur Elektrifizierung der ländlichen Gebiete unternehmen. In diesen Sinne sind neuartige Anwendungen wie Solar Electric Cooking und solarbetriebene Cold Rooms innovative und nachhaltige Lösungen sind, die dazu beitragen können, die Probleme bei der Lebensmittelzubereitung und Kühlung in ländlichen und schwer zugänglichen Gebieten zu lösen und so die Lebensmittelsicherheit zu verbessern, Verluste zu reduzieren und die lokale Wirtschaft zu stärken.

 

 

*Dies geht aus einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA), der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), der Statistikabteilung der UN (UNSD), der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor.

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